TuS-Letter #6 – Derbysieger!
Nach einer hart umkämpften Derby-Partie, in der auf beiden Seiten die Fetzen flogen und der Unparteiische durchaus noch die ein oder andere Karte mehr hätte zücken können, behielten wir am Ende die Oberhand. Mit viel Leidenschaft, Einsatzwillen und einer geschlossenen Mannschaftsleistung setzten wir uns mit 2:1 durch und sicherten uns den Derbysieg!
Letzter Spieltach
Der gut besuchte Achim-Stöver-Platz sah bereits in den ersten Minuten des Derbys, dass das ein ganz schön hartes Stück Arbeit werden würde. Beide Mannschaften brannten von Anfang an und wollten früh in der Partie zeigen, dass für den Gegenüber nichts zu holen ist. Die Körpersprache, bei uns im Vergleich zu den vorherigen Wochen, eine ganz andere: Es wurde viel und lautstark gesprochen, jede Aktion wurde untereinander positiv abgefeiert und jeder schmiss sich mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe. Zwischen den Akteuren stand auch der Schiedsrichter in der Anfangsphase gut unter Druck. Ob er bei seinen Entscheidungen immer richtig lag, lasse ich mal unkommentiert. Aber während Felix aufgrund eines Einsteigens, in dem er auch noch den Ball spielte, früh die gelbe Karte sah, gab es auf der anderen Seite nach einem überharten Foul mit offener Sohle, nur ein müdes Lächeln. Wir bestimmten die Partie und konnten das Spiel überwiegend in der Hälfte der Bröltaler gestalten. An zwingende Chancen kann ich mich aber nicht erinnern.
Anlässlich Wolles Geburtstag dachte sich ein Teil unserer Truppe in Minute 22, dass man auch dem Rivalen zu diesem schönen Anlass ja mal einen ausgeben könnte und verteilte ein paar Geschenke: Den Anfang machte Flolle Lolly Fischer: Beflügelt davon, dass die Minute seiner Rückennummer auf der Anzeigetafel stand, wollte er den anwesenden Zuschauern einfach mal unter Beweis stellen, dass er nicht nur so ausschaut wie Kevin de Bruyne, sondern auch so kreativ und dribbelstark sein kann. Doch die Entscheidung ging ungefähr so gut aus wie Oles Worte um 02:30 Uhr „Komm, eins geht noch!“. Nach dem Ballverlust folgte ein eigentlich ungefährlicher langer Ball. Keeper Tjark (Glückwunsch zum ersten Pflichtspiel für den TuS -> Kiste) war aber anscheinend noch so perplex von seinem Debüt, da vergaß er doch glatt, dass er den Ball auch mit seinen Händen aufnehmen darf. Stattdessen eröffnete er das Feuer auf Bene, von dessen Rücken der Ball zurück in den Strafraum prallte. Bene verlor, vermutlich durch den Treffer, dann auch noch kurz die Fassung und legte den Gästestürmer im Strafraum. Elfmeter war das Ergebnis dieser beeindruckenden Fehlerkette. Die Bröltaler nahmen das Geschenk natürlich sehr gerne an und gingen in der 24. Minute, zu diesem Zeitpunkt völlig unverdient, in Führung.
Endlich mal wieder ein 0:1 aus unserer Sicht. Doch diesmal ließen wir nicht die Köpfe hängen, wie ne Tulpe drei Wochen ohne Wasser. Wir bauten wir uns gegenseitig auf und pushten uns nach vorne, sodass unsere Antwort nicht lange auf sich warten ließ. Mit einem einfachen Doppelpass auf der rechten Seite, schickte Bene Felix die Linie runter (ja so einfach kann es manchmal sein…). Uneinholbar lief Felix bis zur Grundlinie und legte den Ball auf den mitgelaufenen Marco quer, der keine Probleme hatte, den Ball aus fünf Metern ins Tor zu schieben (30‘). Danach mussten alle erst mal wieder ein bisschen runterkommen. Das gleiche Bild wie vor den beiden Toren. Wir machen das Spiel, ernstzunehmende Gelegenheiten bleiben aber so gut wie aus.
In der 41. Minute erhielten wir dann einen Freistoß aus dem linken Halbfeld. Da unser Standardschütze wieder als Feldspieler auf dem Platz zu finden war, nahm er sich der Sache natürlich an. Den etwas zu kurz geratenen Freistoß verlängerte Petty Fedder im Vorwärtsfliegen mit dem Spann in die lange Ecke. Hier stellten sich mir Fragen:
- Wie war das anatomisch möglich?
- Hatte er aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung einen Riecher dafür, wo der Ball
hinunterkam? - Oder glaubte er einfach, dass Fischi keine Freistöße mehr schießen kann und positionierte sich deshalb dort?
Fragen über Fragen. Ihm, wie auch uns, wird’s drissegal gewesen sein. 2:1 Führung. Kurz darauf ist Pause.
Die Pause tat uns allerdings nicht gut. Da muss in der Kabine ein Stöpsel gezogen worden sein, durch den alles, was vorher auf dem Platz zu sehen war, weggespült wurde. Wir übergaben Bröltal komplett das Spiel. Bröltal machte die komplette zweite Halbzeit richtig Druck auf den Ausgleich. Wir kamen gefühlt garnicht mehr hintenraus. Circa zehn Minuten vor Schluss hatten wir die große Gelegenheit, den Druck vom Kessel zu nehmen und den berühmten Sack zuzumachen. Geburtstagskind Wolle marschierte durch das Mittelfeld und spielte auf Felix. Felix sah den startenden Keiler und schickte ihn auf die Reise zu seinem ersten Saisontor. ‚Ice Cold‘ war in dieser Szene aber leider nur der Spitzname. In seinem Kopf muss es so heiß hergegangen sein, dass sich die Scheuklappen nach innen bogen. Die freien Ecken tauchten dadurch in seinem Sichtfeld nicht mehr auf, sodass er nur noch den Gästeschnapper sah. Also nahm Keiler die pragmatische Lösung: Voll drauf – der Keeper wird schon im Weg stehen. Vermutlich schon zu viel über den bevorstehenden Torjubel nachgedacht. Entscheidung vertagt.
Die darauffolgenden Minuten wurden alles andere als angenehm. Bröltal drängte mit Hochdruck immer weiter auf den Ausgleich. Doch mit einer absolut geschlossenen Mannschaftsleistung, bekamen wir es hin, alles weg zu verteidigen. Egal, ob ein Fuß, ein Bein oder ein anderes Körperteil dazwischen war. Die Latte rettete. Tjark parierte oder Bröltal einfach an sich selbst scheiterte. Die Pille wollte aus Bröltaler Sicht einfach nicht über die Linie. Und somit sorgte der Schlusspfiff dann für pure Erleichterung. Am Ende steht ein etwas glücklicher Heimerfolg auf der Anzeigetafel. Aber wie im letzten TuS-Letter bereits erwähnt: Keiner will hören, wie gut man gespielt hat, am Ende zählt nur eins:
Wir sind Derbysieger!
Ein absoluter Arbeitssieg, der gut für die Moral und Rückenwind für das vorgezogene Heimspiel gegen die dritte Vertretung des FSV Neunkirchen-Seelscheid sein sollte…
Tore:
0:1 – 24‘
1:1 – Marco Preuß (Felix Tel) 30’
2:1 – Petty Fedder (Jan-Luca Fischer) 41‘
Gestern:
Nach dem Derby-Erfolg am Sonntag hatte man direkt das nächste 6-Punkte-Spiel vor der Brust. Mit Blick auf den kommenden Sonntag, an dem wir auf einen der Aufstiegsfavoriten treffen, sollten erneut drei Punkte her. So könnte man sich ein wenig Luft zur unteren Tabellenregion verschaffen. Auch in dieser Partie ging viel über Kampf und Wille. Aus Hälfte eins gibt es tatsächlich nicht so viel zu berichten. Torchancen blieben, bis auf zwei Distanzschüsse der Seelscheider und einem von unserer Seite, aus. Wir fokussierten uns auf das Spielen von langen Bällen aus der Abwehr heraus, was ein wenig an einen Kreisliga C Kick erinnerte. Einzig erwähnenswert im ersten Spielabschnitt ist tatsächlich die Führung der Gäste durch einen Strafstoß in der 23. Spielminute. Nach einem langen Ball konnte sich der Angreifer im Laufduell vor Flolle schieben, der ihn dann im Strafraum unglücklich zu Fall brachte. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Seelscheider mittig unter die Latte. Für die zweite Hälfte nahmen wir uns dann vor, mal wieder Fußball zu spielen und so durch unsere eigentliche Stärke wieder zu Torchancen zu kommen. Hundertprozentige Chacen konnten wir uns so aber erstmal nicht herausspielen. Dafür nahmen wir aber das Spiel jetzt fast komplett in unsere Hand. In Minute 72 zeigte der Unparteiische dann erneut auf den Punkt. Diesmal aber für unsere Farben. Nach einem Einwurf machte die Dampflok Paddy Andree den Ball im Fünfer fest. Der störende Gegenspieler trat Paddy ungeschickt auf den Fuß, der dann clever mehr draus machte, als es war. Kann man geben, muss man aber nicht. Felix trat zum Elfer an und verwandelte (vielleicht mit ein bisschen Glück) flach und mittig.
In der 87. Spielminute kam es dann zu der Schlüsselszene der Partie: Ich komme noch einmal auf die Kreativität und Dribbelstärke von Flolle Kevin de Bruyne zurück, welche ich im ersten Teil erwähnt hatte. Nach einem Klärungsversuch kam der Ball auf der linken Seite zu Flolle, der von drei Seelscheidern unter Druck gesetzt wurde. Doch wie der sterbende Schwan, tanzte er über das grüne Parkett und ließ die drei Seelscheider einfach stehen, welche sich dann nur noch mit einem Foul zu helfen wussten. Geil Junge!
Und so musste es kommen, wie es kommen musste. Manchmal wird es halt einfach kitschig. Seit seinem Riss der Achillessehne, kämpfte sich Fürsti Training für Training zurück und gab in der 58. Minute sein Comeback. Und wer sonst sollte in der 90. Minute Hauptdarsteller werden? Na klar… Den von Flolle herausgeholten Freistoß brachte Kapitän Marco Preuß lang in den 16er. Ob mit der Schulter, dem Rücken oder wie auch immer, lenkte Fürsti den Ball ins Netz und stach damit als Joker mitten ins Herz der Seelscheider. Pure Ekstase. Wir hatten aber noch zwei Minuten zu überstehen. Seelscheid warf noch mal alles nach vorne und erhielt noch eine Ecke. Anspannung pur, Fingernägelkauen am Seitenrand. Die zu lang geratene Ecke wurde rausgekloppt und dann endlich der Schlusspfiff… Wolle Petry würde sagen, Wahnsinn!
Mit zwei Siegen in Folge konnten wir sechs wichtige Punkte einfahren und uns ein wenig Luft auf die unteren Tabellenplätze verschaffen.
Tore:
0:1 – 23′
1:1 Felix Tel (Foulelfmeter) 72′
2:1 Marcel Fürst (Marco Preuß) 90′
Nächster Spieltach:
Mit dem TuS Oberpleis II erwartet uns am Sonntag, beim Mitabsteiger aus der vergangenen Saison, ein richtig schweres Auswärtsspiel. Oberpleis will nach dem Abstieg direkt wieder zurück ins Kreisliga-Oberhaus. Doch der bisherige Saisonverlauf läuft alles andere als erfrischend. Vergangenen Sonntag verlor man sogar überraschend 1:5 in Marienfeld. Mit drei Siegen und bereits zwei Niederlagen läuft man in Oberpleis sicher den eigenen Erwartungen hinterher. Oberpleis steht mit 9 Punkten und einem Torverhältnis von 17:11 auf Platz 6. Es wird definitiv nicht einfach, vor allem weil auch der Platz in Oberpleis wieder recht groß ist. Also kommt vorbei und unterstützt uns!
Anstoß in der Basalt-Arena, Am Krahfeld, 53639 Königswinter, ist bereits um 13:00 Uhr!
Unser Gegner im Pokal am Donnerstag, 08.10.2026
Pokal – Heimspiel – Flutlicht – Drei Worte, die einem als Fußballer auf der Zunge zergehen. Fußballromantik pur. Da kribbelt es schon Tage vorher.
In der zweiten Pokalrunde begrüßen wir mit dem FC Flying Albatros, wie schon zu Saisonbeginn, ebenfalls einen Aufsteiger aus der vergangenen Saison auf unserer Sportanlage. Der Saisonstart der Troisdorfer läuft bisher vielversprechend. Nach fünf absolvierten Partien stehen sie mit neun Punkten auf dem 3. Tabellenplatz. Mit einem Torverhältnis von 22:14 stellen sie die beste Offensive sowie den besten Angreifer der Kreisliga B2, was als Aufsteiger sicherlich hoch anzuerkennen ist. Die Vorzeichen versprechen definitiv ein spannendes Duell.
Wir haben alle perfekten Zutaten für einen besonderen Pokalabend. Anstoß in Wöngtesch ist um 19:30 Uhr.
Ausfälle stand heute für den kommenden Sonntag gegen Oberpleis
Jakob Schade (Knieverletzung), Gunnar Pütz (Muskelfaserriss), Niklas Müller (Leiste), Tim Langer (Fußgelenk), Marc Klein (Schulterverletzung), Gregor von Pantzer (Fitnessrückstand), Patrick Andree, Sebastian Hauf, Jounes Brahim, Robert Lechler, Wolle Fischer (verhindert).
Sonstiges
- Unser Routinier Wolfgang Fischer feierte am vergangenen Sonntag nicht nur den
Derbysieg, sondern auch seinen 37. Geburtstag – also an dieser Stelle auch noch mal alles Gute nachträglich Wolle! Vielen Dank für die Pizza und auch für die zwei Kisten Bier, die du gesponsert hast. Und danke auch, dass du den Kühlschrank umgeräumt hast und wir kurz vor Ende des Spiels nur noch warmes Bier hatten… - Auch Jounes Brahim wurde am 30.09. ein Jahr älter. Auch dir noch mal alles Gute!
- Mit seinem 2:1 Siegtreffer schrieb Petty Fedder ein kleines Stück Vereinsgeschichte und
erreichte einen persönlichen Meilenstein: In Pflichtspiel 193 knippste er zum 100. Mal! Herzlichen Glückwunsch – ist auch ne Kiste würde ich sagen 🤔 Mehr Tore für den TuS erzielte nur die Maschine Michael Fischer (245).