TuS-Letter #5 – Verflucht in Rosbach

Veröffentlicht von Lorena Seitz am

Der Auswärtsfluch in Rosbach bleibt uns treu – leider deutlich treuer, als uns lieb sein kann. Auch am vergangenen Sonntag hieß es wieder: Null Punkte in Rosbach. Der Auswärtsfluch klebt damit weiterhin an uns wie Kaugummi unter der Schuhsohle. Somit durften wir die zweitweiteste Heimreise der Saison erneut mit leeren Taschen antreten. Rosbach ist wohl ein Ort, an dem unsere Punkte besonders gerne Urlaub machen. Bleibt eigentlich nur noch die Hoffnung auf das große Jubiläum: Nach zehn Jahren gibt es dann vielleicht die nächste Gelegenheit, in Rosbach endlich mal etwas mitzunehmen. Wenn der Fluch sich nicht zum runden Geburtstag selbst einen ausgibt…

Letzter Spieltag

Nachdem die Vorzeichen für das Spiel aufgrund der letzten Jahre nicht allzu gut waren, kamen weitere schlechte Nachrichten vor Spielbeginn dazu: Flolle hatte Probleme mit seinem linken Auge und konnte nicht spielen. Bene stand im Stau und wäre laut Navi erst fünf Minuten nach Anpfiff angekommen. In Zukunft vielleicht einfach etwas früher losfahren Benedikt Johannes😋. Apropos früher: Früher hätte auch mal unser Torhüter absagen können. Er entschied sich jedoch dafür, dies nicht zu tun. Gott sei Dank roch unser Fisch(i) den Köder und hatte bereits sein Torhüter-Equipment eingepackt. Petri Heil Junge! Genug aus dem Netz gefischt haste ja 😭

Bereits nach fünf gespielten Minuten klingelte es: Aber nicht in einem Tor, sondern im Kopf von Felix und des Rosbacher Abwehrspielers, die in einem Kopfballduell zusammengestoßen waren. Beide ließen sich kurz den Sternenhimmel der vergangenen Nacht durch den Kopf gehen, konnten dann aber zum Glück weiterspielen. Anscheinend beflügelt vom letzten Nachthimmel, setzte Felix mit zwei Distanzschüssen die ersten beiden kleinen Akzente. Kaum Torchancen hüben wie drüben und viele kleine Fouls im Mittelfeld prägten das Spiel in der ersten Viertelstunde. Das bedeutete zumindest, dass wir hinten zunächst nichts zuließen, was unserer Vorstellung entsprach. Es blieb jedoch nur bei der Vorstellung, denn in der 17. Spielminute reichte ein einfacher Doppelpass zur 1:0 Führung. Zwei Minuten später musste Burschi angeschlagen vom Feld. Ihn ersetze der nun angereiste Bene.

Rosbach spielte meist lange und hohe Bälle aus der IV heraus, die wir bis dato gut verteidigt bekamen. Der erste ansehnliche Spielzug der Gastgeber endete dann mit dem 2:0. Nach einer Kombination im Mittelfeld folgte ein Steckpass. Den Querleger verstolperte der Rosbacher Stürmer erst, konnte dann aber doch noch gemütlich einschieben (29‘). Das 3:0 ließ nicht auch lange auf sich warten – ein schöner Distanzschuss vom Rosbacher Kapitän landete unhaltbar für Fischi im rechten oberen Eck (36‘). Nichts zu machen.

Nichts zu machen, war dann wohl auch das Motto aller Beteiligten, welche 180 Sekunden später den Rosbacher Freistoß aus dem Halbfeld in unseren Strafraum segeln sahen. So durfte der Rosbacher Spielmacher, mit einem größeren Sicherheitsabstand als aus Coronazeiten, unbedrängt einköpfen. Paralleles Schulterzucken in Rot-Weiß. Der gut leitende Spielleiter bat dann wenig später zur Pause.

Aus der Kabine kamen wir mit dem Vorhaben, uns in Halbzeit zwei teurer zu verkaufen. Doch statt den Preis anzuziehen, gab es erst mal einen saftigen Rabatt. Ein Eigentor von Capitano Wolle sorgte in der 49. Minute für den 5:0 Zwischenstand. Erneut ein Freistoß aus linker Position verlängerte Wolle unglücklich mit dem Hinterkopf ins lange Eck.

Nach diesem Tor hatten wir dann auch mal Szenen im gegnerischen Strafraum, aber gefährlich wurde es nicht, bis Marc dann einen geilen Steckpass von Bene zum 5:1 per Vollspann ins lange Eck bugsierte (70‘). Die Freude hielt allerdings nicht allzu lange, denn bereits sechs Minuten später zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Protagonist war erneut unser heutiger Unglücksrabe Wolle. Eine Ecke segelte mal wieder an Freund und Feind vorbei. Das Spielgerät sprang von Wolles Knie an den in der Bewegung ausgefahrenen Arm, sodass dem Schiri nichts anderes übrigblieb (oder vielleicht doch?) als auf Elfmeter zu entscheiden. Ich meine mich erinnern zu können, dass ein Ball, der vom eigenen Körper an den Arm oder die Hand springt, nicht als strafbar geahndet werden darf. Aber gut… macht ja jetzt den Braten auch nicht mehr fett. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Kapitän gekonnt zum 6:1. Somit war das halbe Dutzend voll. Das war aber noch nicht alles. Quasi mit dem Schlusspfiff schenkten uns die Rosbacher noch eine sehenswerte Bude ein. Nach einem Einwurf nahm sich der Rosbacher ein Herz und hielt aus ungefähr 35 Metern einfach mal drauf. Sein Mut wurde belohnt und die Pille senkte sich unhaltbar für Fischi ins Tor.

Ein hochverdienter Sieg der Spielvereinigung, die nun mit 10 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz steht. Wir hingegen dümpeln nun auf Tabellenplatz 13. Aufgrund der besseren Tordifferenz von zwei Toren gerade noch über dem Strich. Die beiden kommenden Spiele sind dann nun schon früh in der Saison die berühmten 6-Punkte-Spiele.

Tore:

1:0 – 17‘
2:0 – 29‘
3:0 – 36‘
4:0 – 39‘
5:0 – 49‘
5:1 – Marc Klein (Bene Trost) 70‘
6:1 – 76‘
7:1 – 91‘

Unser Gegner: Derby-Time in Winterscheid 🔥🔥🔥

Über sechs Jahre mussten wir warten: Endlich wieder Derbysonntag! Wenn wir am Sonntag auf den Bröltaler SC treffen, interessiert die Tabelle nur noch am Rande. Dennoch verspricht die Ausgangslage zusätzliche Brisanz: Der BSC steht mit 3 Punkten auf Rang 12 direkt vor uns. Wir haben ebenfalls nur 3 Zähler auf dem Konto. Mehr Nachbarschaftsduell geht fast nicht.

Beide Mannschaften hatten bislang keinen Start nach Maß. Während die Bröltaler erst zwei Tore erzielen konnten und vor allem über die Defensive kommen, war bei unseren Spielen bisher jede Menge Unterhaltung geboten. 22 Tore in vier Spielen bedeuten schließlich: Wer zum TuS kommt, bekommt kein 0:0 serviert. Für beide Teams geht es darum, den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herzustellen. Die Ausgangslage könnte also kaum spannender sein. Gleicher Punktestand, direkte Tabellennachbarn und ein Derby vor der Brust. Mehr Würze hat selbst die Stadionwurst vom TD nicht.

Doch bei einem Derby interessieren Zahlen sowieso nur so lange, bis der Schiedsrichter anpfeift. Dann zählen vor allem die Tugenden: Wille, Kampf und Leidenschaft. Genau diese Eigenschaften waren auch beim letzten Derbyduell gefragt. Das letzte Aufeinandertreffen fand im Pokal am 30.08.2020 statt. Damals setzten wir uns überraschend mit 3:1 gegen den damaligen Bezirksligisten durch. Der Mann des Tages: Marc Klein, der den Gästen gleich zwei Nüsse einschenkte und sich damit zum Derbyhelden machte. Und wenn man an den vergangenen Sonntag zurückdenkt, als Marc erfolgreich war, kommt einem unweigerlich die Frage in den Sinn: Hat er sich etwa schon mal für das Derby warmgeschossen? Die Mannschaft sowie die Fans hätten sicherlich nichts dagegen, wenn sich die Geschichte wiederholt.

Die Zuschauer dürfen sich auf ein intensives Duell freuen, in dem Einsatz, Leidenschaft und Zweikampfhärte vermutlich eine größere Rolle spielen werden als Schönspielerei. Oder anders gesagt: Dieses Spiel wird umkämpfter als der letzte freie Parkplatz auf dem TuS-Gelände. 69 °C hatte man auf dem Kunstrasen am letzten Sonntag in Tennessee beim NFL-Spiel der Titans gegen die Eagles gemessen. Nett. Aber gegen die Stimmung und Intensität dieses Derbys ist das nur lauwarm. Am Sonntag müssen wir den Platz zum Brennen bringen!

Also kommt alle vorbei und unterstützt unsere Mannschaft lautstark von der Seitenlinie. Sorgt gemeinsam dafür, dass die drei Punkte in Winterscheid bleiben. Denn bei allem Respekt vor dem Gegner gilt: Im Derby will niemand hören, wie gut man gespielt hat. Am Ende zählt nur eines: DERBYSIEG!

Anpfiff in Wöngtesch ist wie gewohnt um 15 Uhr!!!

Ausfälle stand heute

Marcel Fürst (Aufbautraining), Jakob Schade (Knieverletzung), Gunnar Pütz (Muskelfaserriss), Niklas Müller (Leiste), Andre Friesen (verhindert)

Sonstiges

  • Wolle hatte am Wochenende die wohl weiteste Anreise – Über eine Stunde durfte er durch die tiefste Provinz gurken, um sich dieses fußballerische Meisterwerk zum Besten zu geben. Die Stunde Rückfahrt war mit einer 7:1-Klatsche und als Pechvogel des Tages sicher so angenehm wie ne Wurzelbehandlung ohne Betäubung.
  • Nach vier Spieltagen stellen wir mit bereits 16 Gegentoren die zweitschlechteste Defensive der Liga. Nur Birk II ist mit 20 Gegentreffern schlechter.
Kategorien: Die Erste