TuSletter #33 – Ein letztes Mal!

Veröffentlicht von Sascha Seifert am

Wie fange ich diesen TuSletter nur an…? Eigentlich gibt es nach diesem Wochenende doch nur negatives, oder? JA und NEIN!

Klar, am Ende sind wir abgestiegen. Doch auch sind wir nicht an diesem letzten Spieltag, nach diesem Herzschlagfinale abgestiegen. Denn, drehen wir die Zeit doch Mal ein wenig zurück… Wer erinnert sich noch an die vielen Spiele in Überzahl, die nicht gewonnen wurden (z.B. die Hinspiele gg. Kosova oder Mondorf), oder an die Spiele, die wir kurz vor Schluss verloren (z.B. das letzte Spiel des vergangenen Jahres gg. Allner-Bödingen oder das Rückspiel gg. Inter Troisdorf), oder eben auch die 9 Spiele-sieglos-Serie über den Jahreswechsel hinweg… – ihr merkt, worauf ich hinaus möchte.
Ich könnte jetzt noch so einige Spiele oder Situationen aufzählen, an denen uns Punkte durch die Lappen gingen – aber das kann jede andere Mannschaft in unserer Liga sicher auch. Was ich damit sagen möchte: Am Ende der Saison lügt die Tabelle halt nicht und dennoch hat es wahnsinnigen Spaß gemacht, mit der Truppe, Woche für Woche zu kämpfen und die Rolle des Underdogs anzunehmen!

Auf das letzte Spiel möchte ich nun auch gar nicht mehr groß eingehen – ich wart ja doch alle dabei! Und genau darauf will ich viel lieber eingehen: IHR WART ALLE DABEI!
Was war das wieder für eine Kulisse, liebe Leute? Genau das ist das, was Winterscheid ausmacht!
Ihr habt für uns geklatscht, mit uns gezittert und wart wieder einmal unser 12ter Mann – Chapeau!
Und dann springe ich doch direkt zum Abpfiff und dahin, was sich danach ereignete: Geknickt, am Boden liegend, mit Tränen in den Augen… So war die Gefühlslage bei vielen unserer Jungs. Doch dann kamt ihr!
Mit Applaus vom Platz herunter begleitet, waren die meisten von euch Fans noch vor Ort und haben uns direkt nach dem Ende dieser Saison aufgefangen und wieder ein kleines Stück nach oben gezogen – dafür auch nochmal vielen Dank!

Schließlich wurde es aber nochmal ein Stück emotionaler als es ohnehin schon war: Es kam zu den Verabschiedungen.
Den Anfang machte unser sportlicher Leiter, Jan Strzyga. Hier hatte ich bereits vor ein paar Wochen Patrick Andree, als Nachfolger geleaked, nun gab es Jan’s offizielle Verabschiedung – natürlich mit einem BVB-Trikot als Abschiedsgeschenk (gut, dass Molly nicht mehr bei uns spielt)!

… Bevor ich mich jetzt bei jedem einzelnen Abgang separat für alles bedanke, verschiebe ich das Ganze lieber aufs Ende – ich hoffe, dass das für alle so passt! …

Folgen sollten Blerim und Kirschi, die ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen, bzw. kommende Saison erstmal nicht wieder irgendwo anders auflaufen (wir wissen alle, wie schnelllebig dieser Kreisliga-Fußball ist, also sagen wir niemals „Nie“).
Auch Burak wurde nach einem halben Jahr wieder verabschiedet – ihn trägt es ab der neuen Saison zu den Kickers Westerwald.

Ebenfalls wurde unser Dreigestirn, um Patrick Bluhm, Marvin Reitz und Kapitän Micha Fischer – welche es alle, wie schon vor ein paar Wochen erwähnt, zum TFC Inter Troisdorf führt – verabschiedet.
Und natürlich könnte ich jetzt hier alles aufzählen: Erfolge der Jungs, Statistiken, geile Charaktereigenschaften, Anekdoten, etc.
Doch dann würde ich erstens: morgen früh noch hier sitzen (wobei ich sitze grade hier mit meinem Aperol Spritz und schaue nebenbei Kanada gegen Bosnien) und zweitens würde das hier einfach den Rahmen sprengen, da mir zu jedem wirklich einiges einfallen würde.
Die einzelnen Abschiedspost für jeden Spieler, findet ihr aber auf Instagram – vorgestern hatten wir bereits damit gestartet.

Dann gab es noch eine ganz spezielle Verabschiedung: nämlich die von Kevin Fischer.
„Kev“, welcher unter der Saison vom Co,- zum Cheftrainer wurde, musste diese Position leider kurz darauf, aus gesundheitlichen Gründen wieder abtreten.
Er wird dem TuS auf irgendeine Art und Weise immer zur Verfügung stehen, da bin ich mir sicher. Dafür liebt er und auch sein Vater diesen Verein einfach viel zu sehr! Allein dafür ist den beiden der allerhöchste Respekt zu zollen!
Bleib so wie du bist Kev! Solche Typen wie dich gibt es leider immer weniger!

Also dann nochmal an alle Jungs, die ich oben aufgezählt habe:
Vielen Dank für euren Einsatz in jeglichen Bereichen des Vereins! Ihr habt das Team in den letzten Saisons (und manche auch schon deutlich länger) entscheidend mitgeprägt und seid alle ein Teil dieser letztendlichen Erfolgsgeschichte.
Das kann und wird euch niemand mehr nehmen!
Vielen Dank, Männers!

Und zu guter Letzt wäre dann auch noch ich (Der Esel nennt sich schließlich immer zum Schluss, oder wie heißt es?)…
Und ja, was soll ich euch sagen?
Ich denke diejenigen, die dageblieben sind, haben gesehen, wie schwer mir das alles gefallen ist!
Das hier soll nun auch wirklich keine „Danksagung“ an mich selbst werden. Viel mehr möchte ich euch für alles Danken und euch einen kurzen Einblick in meine Gefühlswelt geben.

Eigentlich fing meine TuS-Zeit nämlich zwei Jahre vor meinem ersten Spiel für den TuS an – damals sagte ein gewisser Patrick Andree zu mir, ich soll doch einfach Mal vorbei kommen und mir bei ein paar kühlen Blonden, einen mittelguten Kreisligakick anschauen… Gesagt, getan (hätte ich vorher gewusst, dass es nur Zunft gibt, wäre ich wahrscheinlich nie hier hoch gefahren – Spaß beiseite…!
Und ja, nach 7 Jahren Fußball-Abstinenz, zuckte es in meinem (eingestaubten) Fußballzeh dann doch nochmal so richtig, so dass ich vor drei Saisons schließlich doch noch zusagte, für den TuS aufzulaufen.
Und ja, hier fällt tatsächlich schon das erste „Danke“ an euch. Denn dass der TuS Winterscheid eine große Familie ist, das habe ich bereits als „Fan“ an der Außenlinie zu spüren bekommen – und dass, obwohl ich euch nicht Mal richtig kannte…
Doch wie ihr nicht nur mich, sondern auch meine Frau Sabrina, meine Eltern und später auch meinen Sohn bei euch aufgenommen und integriert habt, dafür bleibt mir nichts Weiteres zu sagen, außer eben „Dankeschön“!

Und schließlich ging es dann los…
Die ersten Fußballschuhe seit den oben erwähnten sieben Jahren wurden gekauft. Das erste Training stand an und später dann auch die erste Einwechslung – Oh man, ich weiß noch wie schwer sich meine Beine danach anfühlten…
Anschließend kam ich dann aber immer besser rein, lernte diese (positiv) bekloppte Kabine, mit all ihren bekloppten Charakteren kennen und lieben und schließlich nahm ich diese irgendwie komische, aber doch liebenswerte TuS-DNA selbst an.

Und plötzlich wurde mehr aus diesem „bisschen Fußball spielen“ und dem „einfach Mal was kicken“… Ich fing an mich an den Laptop zu setzen, Zeit für die Jungs und für euch zu investieren und rief schließlich diesen TuSletter, ganz spontan und auf Bitte eines Kumpels (Grüße an dich Eric) ins Leben – Und ja, ich weiß, den soll es wohl vorher schonmal gegeben haben. Das war allerdings vor meiner Zeit… 😉

Und nun – um die Kurve irgendwie wieder zu bekommen, schreibe ich eben jenen das letzte Mal hiermit für euch nieder!
Natürlich hoffe ich, dass sich irgendwer aus der Truppe findet, dem das ganze ebenso viel Spaß macht, wie es mir Freude bereitet hat. Und dass der TuSletter somit (erstmal) kein Ende findet.

Aber gut, zurück zum Wesentlichen!
Auch ich werde, wie ihr bereits mitbekommen habt, den TuS Winterscheid schweren Herzens verlassen.
Mein Abschiedspost kommt sicher auch noch in den nächsten Tagen und bis auf die Posts der anderen Jungs, habe ich den für mich natürlich nicht selbst verfasst – wäre auch irgendwie komisch…

Abschließend

Eigentlich habe ich euch oben bereits alles Wichtige reingepackt, was mir nochmal auf dem Herzen brannte.
Der TuS Winterscheid, mit all seinen bekloppten Charakteren auf und neben dem Platz ist echt eine Nummer für sich – natürlich komplett positiv.
Wer die Leute nicht kennt, denkt sich zwar bei dem ein oder andere sicher: „Was ist das denn für eine/einer?!“
Aber lernt man eben diese Leute dann etwas näher kennen, sieht man eigentlich, was ihr alle für echte Herzensmenschen seid! Und genau das dürft ihr niemals ablegen. Denn genau das ist, was den TuS ausmacht – ihr seid einfach echt authentisch!

Aber auch der Mannschaft wünsche ich selbstverständlich nur das Beste für die kommende Saison! Eine Ära mit großen Fußstapfen endet, aber nun kann etwas Neues entstehen. Andere Jungs werden voran gehen, neue Leistungsträger, neue Führungsspieler, sowie eine komplett neue Kabine wird sich herauskristallisieren.
Aber hey, ich denke, das werdet ihr schon irgendwie zu eurer Zufriedenheit hinbekommen. Vielleicht nicht im ersten Jahr, denn das Ganze ist ein Prozess, der Zeit braucht – hat man bei uns ja auch gesehen. Aber nehmt euch diese Zeit!
Ich werde, wenn ich die Zeitfenster finde, auch auf jeden Fall nochmal vorbeischauen. Ich habe ja nicht umsonst eine komplette Schublade nur mit TuS-Merch voll.

Aber gut, kommen wir nun wirklich Mal so langsam zum Ende… Und ja, es fällt mir tatsächlich schwer, die allerletzten Zeilen hier für euch niederzuschreiben. Viel lieber würde ich einfach weiterschreiben, lustige Wortwitze auspacken und in den gemeinsamen Erinnerungen schwelgen.
Doch dies soll es dann jetzt wirklich gewesen sein und ihr habt endlich eure Ruhe vor mir. Und an diejenigen, die bis hierhin dabeigeblieben sind: Es war mir wirklich eine Freude, für euch den TuSletter geschrieben zu haben und jeder einzelne von euch war es mir Wert, dass ich mich Woche für Woche hier ran gesetzt habe.
Bleibt so wir ihr seid, wir werden uns auf jeden Fall – irgendwie, irgendwo, irgendwann – Widersehen!

Bis dahin, bleibt gesund und vor allem weiterhin so liebenswert.
Euer Dosenöffner!

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